Was sind die Nasennebenhöhlen?


Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um mit Luft gefüllte Hohlräume, die mit einer Schleimhaut ausgekleidet sind. Sie alle sind mit der Nase über verschiedene kleine Verbindungskanäle (Ostien) verbunden.  

Insgesamt besitzt der Mensch vier, zum Teil paarige angelegte Nasennebenhöhlen

  • Stirnhöhlen (paarig) 
  • Kieferhöhlen (paarig) 
  • Keilbeinhöhlen (paarig) 
  • Siebbeinzellen 

Die Nebenhöhlen haben unter anderem die Aufgabe, die eingeatmete Luft zu erwärmen, zu reinigen und zu befeuchten.

Ursachenforschung: Wie entsteht eine Pansinusitis?


In den meisten Fällen wird eine Entzündung aller Nasennebenhöhlen durch eine Erkältung mit Schnupfen hervorgerufen. Doch auch andere Auslöser wie eine Allergie kommen – wenn auch seltener – infrage. 

Von einer Erkältung zur Pansinusitis

Eine akute Entzündung aller Nasennebenhöhlen (Pansinusitis) wird in der Regel durch einen Schnupfen im Rahmen einer Erkältung verursacht. Infolge der viralen Infektion versucht der Körper mithilfe einer erhöhten Schleimproduktion die Erreger auszuspülen. Das verursacht wiederum ein Anschwellen der Nasenschleimhäute, was allerdings dazu führt, dass das Sekret nicht mehr richtig abfließen kann – es kommt zum Sekretstau und zur Entzündung der Schleimhäute in den Nebenhöhlen. Es können sowohl einzelne Hohlräume als auch alle betroffen sein. 

Vorsicht Ansteckungsgefahr!

Sofern Erkältungsviren für die Entstehung der Pansinusitis verantwortlich sind, gelten Patienten als ansteckend. Wie lange ein Übertragungsrisiko besteht, kann nicht pauschal gesagt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Erkältete bereits vor Auftreten der ersten Symptome  sowie einige Tage nach Abklingen der Beschwerden für andere Menschen ansteckend sind. In der Regel halten die Erkältungsbeschwerden etwa 1 Woche an.1

Pansinusitis durch allergische Reaktion

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf bestimmte Substanzen, beispielsweise Pollen oder Tierhaare. Kommen die Betroffenen mit dem allergieauslösenden Stoff (Allergen) in Kontakt, ruft dies eine Entzündungsreaktion in der Nase sowie den Nasennebenhöhlen hervor. Es kommt zu einem Anschwellen der Schleimhäute. Das beeinträchtigt wiederum die Belüftung der Nebenhöhlen, was zu unterschiedlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder einem Druckgefühl im Wangenbereich führt.

Weitere Ursachen einer Nasennebenhöhlenentzündung

In seltenen Fällen ist die Erkrankung weder auf eine Erkältung noch auf eine Allergie zurückzuführen. Ein denkbarer Auslöser ist eine Entzündung im Zahnbereich (dentogene Sinusitis): Von der Zahnwurzel kann sich die Infektion auf die Kieferhöhle und bei Nichtbehandlung auf alle anderen Nebenhöhlen ausweiten.   

Darüber hinaus ist es möglich, dass die Pansinusitis infolge von Druckschwankungen zwischen den Nebenhöhlen und der Atmosphäre entsteht. Die sogenannte Barosinusitis tritt beispielsweise nach dem Tauchen, Fallschirmspringen oder Fliegen auf.

Bakterien als Ursache?

Bakterien sind eher selten Auslöser einer Sinusitis. Meist siedeln sich die Erreger infolge eines viralen Infekts an, durch den bereits ein idealer Nährboden für Keime entstanden ist. Kommt es nun zum Eindringen von Bakterien, sprechen Experten von einer Superinfektion. In einem solchen Fall ist oftmals der Einsatz von Antibiotika (Arzneimittel gegen Bakterien) angezeigt.

Manche Personen leiden wiederkehrend unter einer Pansinusitis. Dies ist mitunter auf anatomische Besonderheiten in der Nase zurückzuführen: Sowohl eine verkrümmte Nasenscheidewand als auch verengte Nasennebenhöhleneingänge sowie Nasenpolypen (Schleimhautwucherungen) können einen Sekretstau begünstigen und letztlich zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung führen.

Welche Symptome sind bei einer Pansinusitis möglich?


Bei einer Entzündung aller Nasennebenhöhlen können verschiedene Beschwerden auftreten, so unter anderem: 

Weiterhin sind bei einer Pansinusitis Beschwerden, wie sie für eine Erkältung typisch sind, möglich, beispielsweise ein allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Müdigkeit.

Wie lange dauert eine Pansinusitis?

Bei einer akuten Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), die durch Erkältungsviren entstanden ist, dauern die Symptome meist 8 bis 14 Tage.2 Einige Betroffene leiden auch länger darunter. Halten die Beschwerden über 12 Wochen an, ist die Sinusitis chronisch.2

Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?


Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Pansinusitis ist der Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Einen Termin sollten Sie spätestens dann ausmachen, wenn folgende Umstände vorliegen: 

  • Es tritt nach einer Woche keine Besserung der Beschwerden ein. 
  • Einzelne oder mehrere Symptome verschlechtern sich.  
  • Sie haben starke Schmerzen und/oder leiden an Fieber.3 

Der Arzt kann den Verdacht einer Pansinusitis meist anhand der geschilderten Symptome bestätigen. Zur Diagnose stehen ihm aber noch weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung: Eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) gewährt einen Blick in das Innere der Nase. So ist es dem Arzt unter anderem möglich, Veränderungen an den Nasennebenhöhlenausgängen aufzuspüren, beispielsweise Eiteransammlungen, Schleimhautschwellungen oder Polypen. Falls nötig, werden zusätzlich Röntgenaufnahmen oder Ultraschallbilder angefertigt, um der genauen Ursache auf die Spur zu kommen.

Medikamente, Hausmittel und Co.: Die Behandlung einer Pansinusitis


Unabhängig davon, ob es sich um eine akute oder chronische Sinusitis handelt:

Oftmals sind die entzündeten Nasenschleimhäute und die vermehrte Sekretproduktion für Beschwerden wie Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Gesicht verantwortlich. Deshalb zielt die Therapie zunächst darauf ab, den Abfluss des Nasenschleims zu unterstützen und die Entzündung zu lindern.  

Zur Therapie der Symptome können folgende Methoden angewandt werden: 

Welche Arzneimittel kommen bei einer Pansinusitis zum Einsatz?

Verschiedene Medikamente aus der Apotheke können dabei helfen, das Sekret aus den Nasennebenhöhlen besser abfließen zu lassen. Eine Möglichkeit stellen abschwellende Nasensprays oder -tropfen dar. Darin enthaltene Wirkstoffe wie Xylometazolin sorgen für eine Verengung der Blutgefäße in der Nase, was zu einem Abschwellen der Schleimhaut führt. In der Folge kann das gestaute Sekret abfließen und die Nasennebenhöhlen werden wieder ausreichend belüftet. 

Interessant:

Wer seine Nasenschleimhaut auf natürliche Weise reinigen und befeuchten möchte, dem stehen Meerwassersprays zur Verfügung. Bei hypertonen Nasensprays ist die Salzkonzentration zudem sehr hoch, wodurch der Schleimhaut Wasser entzogen wird und sie abschwellen kann.

Unterstützend oder alternativ können Betroffene auf sogenannte Sekretolytika setzen. Dabei handelt es sich um Mittel, die eine schleimlösende Wirkung besitzen. Sie verflüssigen den Nasenschleim und fördern so den Abtransport des Sekrets.  

Darüber hinaus sind häufig noch weitere Medikamente mit folgenden Eigenschaften gefragt: 

  • schmerzstillend 
  • entzündungshemmend 
  • fiebersenkend  

Die genannten Wirkungen kommen vorrangig gegen Kopfschmerzen und Fieber infrage. Wer sowohl von einer abschwellenden als auch schmerzlindernden und fiebersenkenden Wirkung profitieren möchte, kann in der Apotheke zu Kombi-Präparate greifen. 

Aha!

Ist eine Allergie der Auslöser für die Erkrankung, müssen Betroffene versuchen, das auslösende Allergen so gut wie möglich zu meiden. In einigen Fällen, beispielsweise bei Allergien gegen Insektengift, Pollen oder Hausstaubmilben, kann eine Hyposensibilisierung (Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie) helfen. Durch die langsam steigende Dosierung des allergieauslösenden Stoffes, soll das Immunsystem an diesen gewöhnt werden, wodurch sich Beschwerden verbessern oder sogar ganz verschwinden können.

Bewährte Hausmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Wenn Sie Ihre Symptome auf natürliche Weise lindern oder die Medikamentengabe unterstützen möchten, können Sie verschiedene Hausmittel ausprobieren:  

  • Um die Nasenschleimhäute von innen feucht zu halten, sollten Sie viel trinken. Empfohlen werden mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich, bevorzugt Wasser oder ungesüßter Tee.4  
  • Eine weitere Methode zur Befeuchtung der Nasennebenhöhlen stellt die Dampfinhalation dar. Zudem weist heißer Wasserdampf, dem Sie Salz beziehungsweise ätherisches Kamillen- oder Salbeiöl zusetzen können, einen abschwellenden Effekt auf.
  • Auch die Anwendung von Wärme hat sich als Hausmittel bewährt. Mithilfe einer Rotlichtlampe bestrahlen Sie den betroffenen Bereich 3-mal täglich für 10 bis 15 Minuten.5 
  • Ist Ihre Nase verstopft, kann es helfen, im Bett oder auf dem Sofa mit erhöhtem Oberkörper zu liegen. Auf diese Weise kann der Schleim leichter abfließen.   

Zudem sollten Sie sich bei einer Sinusitis Ruhe gönnen. Während der Krankheitsphase ist es daher ratsam, auf jegliche sportliche Aktivität zu verzichten. Erst wenn die Symptome abgeklungen sind und Sie sich fit genug fühlen, können Sie langsam wieder mit dem Training beginnen.

Wann ist ein operativer Eingriff nötig?

Meist wird versucht, die Pansinusitis zunächst mit Medikamenten und Hausmitteln in den Griff zu bekommen. In einigen Fällen, vor allem wenn anatomische Verengungen in den Nasennebenhöhlen (beispielsweise bei Polypen oder einer Nasenscheidewandverkrümmung) vorliegen, kann eine Operation jedoch die einzige Möglichkeit darstellen. Während des Eingriffs entfernt der Arzt entzündliches, teils polypenartiges Gewebe und sorgt für eine Erweiterung der Nebenhöhleneingänge. Zudem kann er so entzündliche Schleimhaut ausräumen und Sekret absaugen. Ob eine Operation notwendig ist, muss von Patient zu Patient entschieden werden.

Kann ich einer Pansinusitis vorbeugen?


Nicht alle Ursachen einer Pansinusitis lassen sich verhindern, beispielsweise haben Sie keinen Einfluss auf die Anatomie Ihrer Nase. Demgegenüber können Sie bei einer allergiebedingten Entzündung versuchen, das Allergen weitestgehend zu vermeiden. Und auch gegen eine Erkältung, die als häufigster Auslöser für die Nasennebenhöhlenentzündung gilt, können Sie vorbeugend aktiv werden.  

  • Ausreichend trinken: Wer am Tag mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nimmt, hält seine Nasenschleimhäute gut befeuchtet.4 Krankheitserreger haben so weniger Chancen sich auszubreiten. 
  • Ruhe und Entspannung: Genügend Schlaf und die Vermeidung von Stress tragen dazu bei, dass der Körper ausgeruht ist und Erkältungsviren leichter begegnen kann. 
  • Immunsystem stärken: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßig Bewegung an der frischen Luft sorgen für intakte Abwehrkräfte. 

Trotz aller genannten Maßnahmen lässt sich eine Erkältung nicht immer verhindern. Wenn Sie sich doch infiziert haben, sollten Sie darauf achten, dass sich die Viren nicht ausbreiten.  Um die Entstehung einer Pansinusitis zu vermeiden, ist es daher wichtig, schnellstmöglich mit der Behandlung der einzelnen Symptome zu beginnen. Außerdem ist Ruhe nötig, damit der Körper seine Energie zur Bekämpfung der Erreger nutzen kann. 

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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