Wo liegen die Stirnhöhlen?

Die Stirnhöhlen sind paarig angelegte, mit einer Schleimhaut ausgekleidete Hohlräume im Stirnbein (Os frontale), einem Teil des Schädelknochens. Ihre Aufgabe besteht – wie bei allen Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und Siebbeinzellen) darin, die Atemluft zu erwärmen. Zudem wird angenommen, dass die Stirnhöhlen als Resonanzräume für die Stimme sowie zur Gewichtsentlastung des Schädels dienen.

Akute Stirnhöhlenentzündung infolge einer Erkältung


Bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Deutschen kommt es jährlich zu einer Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis), circa zwei Drittel der Betroffenen leiden an der akuten Form.1 Diese entwickelt sich häufig im Rahmen einer Erkältung (grippaler Infekt) mit SchnupfenMeist stecken Viren dahinter, allen voran Rhinoviren, aber ebenso sind Influenza- und Parainfluenzaviren mögliche Verursacher. 

Zu Beginn einer Erkältung ist das Nasensekret noch dünnflüssig, wodurch sich Viren leichter abtransportieren lassen. Im weiteren Verlauf schwillt jedoch die Nasenschleimhaut an, die Atemwege verengen sich und der Schnupfen wird immer zäher. In der Folge verstopfen die engen, kleinen Verbindungsgänge (Ostien) zwischen der Nasenhaupthöhle und der Stirnhöhle. Dadurch kann das Sekret nicht mehr abfließen und staut sich zurück. Auf diese Weise bietet sich den Erregern ein idealer Nährboden und sie können sich immer weiter ausbreiten – es kommt zur Entzündung der Stirnhöhlen.  

Ist eine Stirnhöhlenentzündung ansteckend?

Sowohl bei einer viral als auch bei einer bakteriell bedingten Stirnhöhlenentzündung besteht Ansteckungsgefahr. Die Erreger können sich beispielsweise über die Luft beim Husten und Sprechen (Tröpfcheninfektion) oder durch das Anfassen von kontaminierten Gegenständen wie Türklinken oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln (Schmierinfektion) verbreiten. Um dem vorzubeugen, sind regelmäßiges Händewaschen sowie Abstand zu Erkrankten wichtige Maßnahmen.

In einigen Fällen können auch Bakterien wie Chlamydien oder Mykoplasmen eine Stirnhöhlenentzündung hervorrufen. Häufiger entwickelt sich die Sinusitis jedoch von einer viralen zu einer zusätzlich bakteriellen Infektion – dann ist von einer Superinfektion die Rede.

Chronische Stirnhöhlenentzündung: Was sind die Ursachen?


Nicht immer muss eine Stirnhöhlenentzündung durch einen viralen Infekt hervorgerufen werden – allem voran, wenn Betroffene an länger anhaltenden Beschwerden leiden. Ist die Stirnhöhlenentzündung chronisch, sind häufig folgende Ursachen verantwortlich:

  • Eine Allergie wie Heuschnupfen kann mit einer laufenden Nase und entzündeter Schleimhaut einhergehen. Kommen Betroffene mit dem allergieauslösenden Stoff (Allergen), zum Beispiel Pollen oder Tierhaare, in Kontakt, löst dies eine Entzündung der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhäute aus. Das starke Anschwellen beeinträchtigt die Belüftung der Nebenhöhlen und sorgt für einen Sekretstau in den engen Verbindungsgängen der Nase, wodurch Kopfschmerzen im Stirnbereich entstehen können.
  • Liegt eine anatomische Besonderheit vor, beispielsweise eine krumme Nasenscheidewand oder eine vergrößerte Nasenmuschel, können die Nebenhöhlen ebenfalls schlechter belüftet werden und das Nasensekret kann sich stauen. Verengen Polypen (gutartige Schleimhautgeschwülste) Teile der Nase, spricht man von einer sogenannten polypösen Sinusitis. 

Eine Stirnhöhlenentzündung erkennen – typische Symptome


Anatomische Darstellung der Stirnhöhlen.

Unabhängig davon, ob es sich um eine akute oder chronische Stirnhöhlenentzündung handelt, kommt es typischerweise zu einem stechenden oder pochenden Kopfschmerz im Stirnbereich. Dieser kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten, je nachdem, ob eine Stirnhöhle oder beide von der Entzündung betroffen sind. Weiterhin ist Schnupfen typisch für die Erkrankung. 

Zudem können folgende Symptome auf eine Stirnhöhlenentzündung hindeuten:

  • ausstrahlende Schmerzen bis zu den Augen 
  • Gesichtsschmerzen (verschlimmern sich beim Bücken) 
  • allgemeines Krankheitsgefühl wie Abgeschlagenheit oder Müdigkeit 
  • weitere Erkältungssymptome, beispielsweise HustenHalsschmerzen und eventuell Fieber 

Liegt eine akute Sinusitis vor, halten die Beschwerden in der Regel zwischen 8 und 14 Tagen an.1 In einigen Fällen kann sich die Genesung allerdings auch über einen längeren Zeitraum ziehen. Treten die Symptome länger als 12 Wochen auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Sinusitis.1 Diese ist jedoch weniger über Schmerzen im Stirnbereich charakterisiert, sondern vielmehr über ein immer wiederkehrendes beziehungsweise andauerndes Druckgefühl.2 Hinzu kommt typischerweise, dass ein dünnflüssiges Sekret aus der Nase läuft und der Geruchssinn eingeschränkt ist. 

Krankschreibung und Dauer bei einer Sinusitis

Wie lange Patienten bei einer akuten Stirnhöhlenentzündung krankgeschrieben werden, entscheidet der Arzt individuell. Die Dauer der Krankschreibung hängt dabei in erster Linie von der Schwere der Infektion und den Begleiterscheinungen ab. Auch bei einer chronischen Sinusitis ist mitunter eine Krankschreibung möglich, beispielsweise wenn die Beschwerden den Betroffenen in seiner Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen.

Wann Sie bei Stirnhöhlenentzündung zum Arzt gehen sollten


Handelt es sich um eine leichte Stirnhöhlenentzündung, ist in der Regel kein Besuch beim Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt nötig. Ein solcher ist meist dann ratsam, wenn

  • sich die Symptome nicht innerhalb von zwei Wochen bessern,  
  • es zu einer Verschlechterung der Beschwerden kommt,
  • die Erkrankung von hohem Fieber (ab 39,1 Grad Celsius) begleitet wird oder
  • die Beschwerden immer wieder auftreten (Stichwort: chronische Sinusitis).1,3

Der Arzt kann der genauen Ursache der Stirnhöhlenentzündung auf den Grund gehen und eine entsprechende Behandlung verordnen.

Ist eine Stirnhöhlenentzündung gefährlich?

Bleibt eine Sinusitis unbehandelt, ist es möglich, dass sich die Entzündung auf benachbarte Strukturen ausweitet. Eine mögliche Komplikation ist dann beispielsweise eine Bindehautentzündung im Auge (infektiöse Konjunktivitis). Aufgrund des engen anatomischen Kontakts zu Augenhöhle und Gehirn können sich infolge der Sinusitis aber auch ernsthafte Erkrankungen einstellen: Wenn es zum Beispiel zu einer eitrigen Entzündung der Augenhöhle (Orbitalphlegmone) kommt, entstehen mitunter schwere Schäden am Gewebe, die in einigen Fällen zur Erblindung des Patienten führen. Zudem sind Abszesse und Entzündungen im Gehirn möglich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Die Therapie einer Stirnhöhlenentzündung hängt davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Sinusitis handelt. Während im ersten Fall häufig abschwellende Medikamente zum Einsatz kommen, kann bei einem chronischen Verlauf, der anatomisch bedingt ist, manchmal nur ein operativer Eingriff das Problem lösen. Demgegenüber steht bei einer Allergie als Ursache häufig das Vermeiden des allergieauslösenden Stoffes im Fokus. Allgemein tragen Hausmittel zur Besserung der Beschwerden bei. 

Ist Sport während einer Stirnhöhlenentzündung erlaubt?

Bei einer akuten Stirnhöhlenentzündung sollten Sie zunächst vollständig auf Sport verzichten. Denn die Aktivität belastet den Körper zusätzlich und erschwert es dem Immunsystem, die Infektion zu bekämpfen. Auch wenn die Beschwerden langsam abklingen, sollten Sie Ihrem Körper noch die nötige Ruhe gönnen und erst langsam sowie weniger intensiv wieder ins Training einsteigen.

Abschwellende Mittel und Co. bei einer akuten Stirnhöhlenentzündung

Bei einer akuten Entzündung der Stirnhöhlen ist es das oberste Ziel, den Schleim aus den Nebenhöhlen abfließen zu lassen und für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Verbreitet ist hier vor allem der Einsatz von abschwellenden Nasensprays oder Nasentropfen. Sie enthalten Wirkstoffe wie Xylometazolin, welche die Gefäße in der Nasenschleimhaut verengen und so für ein Abschwellen dieser sorgen. Dadurch kann das Nasensekret besser abfließen und Betroffene können wieder befreiter durchatmen.

Eine Alternative stellen Meerwassersprays dar, die auf natürliche Weise für eine Reinigung der Atemwege sorgen und die Heilung der Nasenschleimhäute fördern.

Zu beachten:

Da sich bei längerer Anwendung von abschwellenden Nasensprays beziehungsweise -tropfen ein Gewöhnungseffekt (Rebound-Effekt) einstellen kann, sollten die Mittel nicht länger als 7 bis 10 Tage zum Einsatz kommen.4

Unterstützend wird bei einer akuten Sinusitis in der Regel auf schleimlösende Medikamente (Sekretolytika) gesetzt, die das Nasensekret verflüssigen und so den Abtransport des Schleims fördern. Zudem sind in der Apotheke Kombi-Präparate erhältlich, die sowohl abschwellende Wirkstoffe enthalten als beispielsweise auch schmerzlindernde Eigenschaften besitzen.  Welches Mittel sich für Ihre Beschwerden eignet, erfragen Sie am besten bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Übrigens:

Zur Behandlung einer viral bedingten Stirnhöhlenentzündung kommen Antibiotika nicht zum Einsatz. Erst wenn Bakterien die Auslöser sind oder eine bakteriell ausgelöste Superinfektion auftritt, sind die Arzneimittel angezeigt.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung operativ behandeln?

Zunächst wird auch bei der chronischen Stirnhöhlenentzündung versucht, über gängige Arzneimittel die Belüftung der Nasennebenhöhlen wiederherzustellen. Neben abschwellenden sowie schleimlösenden Mitteln können zudem Kortikosteroide zum Einsatz kommen. Sind Polypen die Ursache, kann durch eine Behandlung mit beispielsweise kortisonhaltigem Nasenspray eine Verkleinerung der Gewebswucherung erreicht werden. Im Rahmen einer allergiebedingten chronischen Sinusitis wirken sie unter anderem antiallergisch: Sie hemmen beispielsweise entzündungsfördernde Botenstoffe sowie Enzyme und können sowohl Schwellungen als auch die Überempfindlichkeit der Schleimhäute verringern.  

Sind hingegen anatomische Besonderheiten gegeben, kommen Patienten häufig nicht um eine Operation herum. Mithilfe des chirurgischen Eingriffs kann der Arzt beispielsweise eine verformte Nasenscheidewand begradigen oder verengte Verbindungskanäle erweitern. Lassen sich Nasenpolypen nicht mit gängigen Maßnahmen in den Griff bekommen, ist es möglich, diese ebenfalls operativ zu entfernen. 

Hausmittel zur Linderung der Beschwerden

Um die Symptome einer Stirnhöhlenentzündung zu lindern, haben sich in der Therapie auch Hausmittel bewährt. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Mit einer Rotlichtlampe bestrahlen Betroffene die schmerzenden Stellen. Die Wärme wird nicht nur als wohltuend empfunden, sondern fördert zudem die Verflüssigung des Nasensekrets und erleichtert so das Abfließen des Schleims.   
  • Beim Schlafen sollte der Kopf erhöht liegen, damit der Schleim besser abfließt. 
  • Um den Schleim zu verflüssigen, ist eine ausreichende Trinkmenge wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Aufnahme von täglich mindestens 1,5 Litern Flüssigkeit.5
  • Eine Dampfinhalation mit Salz oder ätherischen Ölen wie Kamille befeuchtet die Atemwege, regt den Schleimfluss an und kann zum Abschwellen der Nasenschleimhäute beitragen.
  • Auch mithilfe von Dampfbädern oder Kräutertees mit beispielsweise Myrte, Eukalyptus, Thymian oder Lavendel ist es möglich, die Schleimlösung anzuregen und den Abtransport des Sekrets zu fördern. 

Vorsicht: Ätherische Öle in Schwangerschaft und Co.

Schwangere und Stillende sollten ätherische Öle vorsichtig einsetzen. Einige Öle können sich – vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten – negativ auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirken.6 Beim Stillen ist es denkbar, dass die Einnahme von Erkältungsmitteln, die ätherische Öle enthalten, zu einer geschmacklichen Veränderung der Muttermilch führt, wodurch das Kind möglicherweise das Trinken verweigert.7

Aber auch bei Babys und Kleinkindern ist die Gabe von ätherischen Ölen kritisch zu sehen: Beispielsweise können sie auf Eukalyptus, Kampfer und Pfefferminz empfindlich reagieren – einige ätherische Öle verursachen bei falscher Anwendung oder Dosierung sogar Atemnot oder Krämpfe.8

Lässt sich einer Stirnhöhlenentzündung vorbeugen?


Um eine erkältungsbedingte Stirnhöhlenentzündung zu vermeiden, gilt es, den grippalen Infekt möglichst schnell zu behandeln. Aber auch vorbeugend können Sie einiges beachten:

  • Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig, um die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum feucht zu halten. Denn ist die Schleimhaut nicht ausreichend befeuchtet, kann sie ihrer Abwehrfunktion nur unzureichend nachkommen und Krankheitserreger dringen leichter ein. 
  • Schlafen Sie genug und vermeiden Sie Stress. Ist der Körper ausgeruht, kann er Erkältungsviren besser begegnen.

Allgemein ist es wichtig, auf ein starkes Immunsystem zu achten. Dabei sollten Sie vor allem auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Aktivitäten setzen. 

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