Häufige Fragen zu Ohrenschmerzen:

Was tun bei Ohrenschmerzen bei Erwachsenen?

Ist eine Erkältung oder Grippe Auslöser für die Ohrenschmerzen, können zunächst abschwellende Nasentropfen die Belüftung in Nasen-Rachen-Raum und Ohr verbessern. Ohrentropfen sollten erst nach dem Arztbesuch verwendet werden, da diese eine Untersuchung unter Umständen erschweren können. Bei starkem Leiden kommen vorübergehend Schmerzmittel zum Einsatz.

Wie erkennt man Ohrenschmerzen bei Babys?

Greift sich ein Baby häufig ans Ohr und ist es sehr quengelig, ist das womöglich ein Hinweis auf die Beschwerden. Um sicher zu gehen, dass es sich um Ohrenschmerzen handelt, gibt es einen Test: Dafür müssen die Eltern nur kurz auf den knorpeligen Höcker vorne am Ohr drücken. Beschwert sich das Baby in Form von Weinen oder Wegschlagen der Hand, tut es ihm dort höchstwahrscheinlich weh.

Was tun gegen Ohrenschmerzen bei Kindern?

Zunächst sollte umgehend ein Termin beim Kinderarzt vereinbart werden, um die Ursache abzuklären. Bis zum Besuch beim Experten können Hausmittel, Nasentropfen und Paracetamol-Zäpfchen Linderung verschaffen.

Welche Hausmittel helfen gegen Ohrenschmerzen?

Eine Zwiebel zum Beispiel gilt dank ihrer ätherischen Öle als entzündungshemmend und kann die Schmerzen lindern. Dafür das Gemüse einfach aufschneiden, zerkleinern und in einem Säckchen auf das Ohr legen.

Ohrenschmerzen als Symptom bei Erkältung


Ohrenschmerzen, die sich zunächst meist als ein unangenehmer Druck äußern, können in Verbindung mit einem grippalen Infekt (Erkältung) oder einer Grippe (Influenza) auftreten. In der Regel kommen sie zusammen mit Schnupfen einher. Das liegt an der direkten Verbindung von Nasen-Rachen-Raum und Ohr. Bei einer Erkältung heften sich Krankheitserreger auf der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum an und sorgen dafür, dass diese anschwillt. Das Ohr wird nicht mehr ausreichend belüftet und das Abfließen von Flüssigkeit behindert. Unter diesen Bedingungen gelingt es den Erregern gelegentlich, sich im Mittelohr zu vermehren und eine Entzündung auszulösen – Experten sprechen dann von einer Mittelohrentzündung. In diesem Fall entwickelt sich der Druck zu einem stechenden Ohrenschmerz.

Wann mit Ohrenschmerzen zum Arzt?

Weil es sich hierbei um ein Symptom handelt und es zahlreiche Gründe für Ohrenschmerzen gibt, sollte ein Mediziner die Ursache abklären. Der Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) macht aufgrund der genauen Position der Schmerzen und weiteren Beschwerden die eigentliche Erkrankung aus und leitet eine entsprechende Therapie ein.

Wichtig: Da das Milieu bei einer Erkältung aufgrund der schlechten Belüftung des Innenohrs für Erreger ideal ist, um sich zu vermehren, können Entzündungen auch im Ohr ausgelöst werden. Dann handelt es sich häufig um eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta). Um also eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu vermeiden, sollten Betroffene bei Ohrenschmerzen rechtzeitig einen Arzt konsultieren.

Ohrenschmerzen bei Babys und Kindern


Säuglinge und Kleinkinder leiden besonders oft an Ohrenschmerzen. Das liegt daran, dass ihr Höhlensystem und vor allem die Verbindungsgänge im Nasen-Rachen-Bereich noch sehr eng sind. Dadurch kommt es bei geschwollenen Schleimhäuten bereits aufgrund einer leichten Erkältung schneller zu Engpässen. Bakterien und Viren haben leichtes Spiel und vermehren sich, sodass eine Mittelohrentzündung bei Babys und Kindern häufig vorkommt. Zudem ist die Rachenmandel bei den Kleinsten als Begleiterscheinung des Wachstums vergrößert. Auch das kann für eine schlechte Belüftung des Innenohrs sorgen und zum Schmerz führen.

Wie Ohrenschmerzen beim Baby erkennen?

Da sich ein Säugling bei Schmerzen noch nicht mitteilen kann, müssen Eltern auf andere Hinweise achten. Hierzu zählen:

  • Erkältung (verschnupfte Nase)
  • allgemeine Unruhe
  • vermehrtes Weinen
  • häufiges Greifen ans Ohr

Letzteres ist oft allerdings auch ein Zeichen für andere Probleme wie Müdigkeit oder Zahnen. Aus diesem Grund hilft mitunter folgender Test: Drücken Sie kurz auf den Tragus (knorpeliger Höcker vorne am Ohr Richtung Wange). Bei Ohrenschmerzen tut dies dem Baby weh, was es mit Quengeln oder dem Wegschlagen der Hand zeigen wird.1

Behandlung von Ohrenschmerzen


Sind die Ohrenschmerzen auf eine Erkältung oder Grippe zurückzuführen, können betroffene Personen bis zum Arztbesuch beispielweise folgende Maßnahmen zur Linderung einsetzen:

  • Hausmittel: Zum Beispiel eine Zwiebel aufschneiden, klein hacken, in ein Baumwollsäcken oder Taschentuch wickeln und auf das Ohr legen. Die ätherischen Öle der Zwiebeln gelten als schmerzlindernd.
  • Nasentopfen: Mit Kochsalzlösung als Bestandteil können diese abschwellend auf den Nasen-Rachen-Raum wirken. Dadurch löst sich auch der Druck im Ohr.
  • Schmerzmittel: Erwachsene greifen bei Bedarf zu einem Wirkstoff ihrer Wahl – etwa Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Klagt das Kind über starke Schmerzen oder hat es Fieber, hilft als Überbrückung bis zum Arztbesuch ein Paracetamol-Zäpfchen gegen die Beschwerden. Alternativ empfehlen Experten für Kinder ab 6 Monaten auch Ibuprofen. Von dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure raten Mediziner allerdings ab, da er im Verdacht steht, das sogenannte Reye-Syndrom (schwere Erkrankung von Gehirn und Leber) auszulösen.2
  • Ohrentropfen: Diese sollten erst nach Absprache mit dem Arzt verwendet werden, da sie unter Umständen die Untersuchung der Gehörgänge beeinflussen und bei Ohrenschmerzen aufgrund einer Verletzung des Trommelfells nicht verwendet werden dürfen.

Wenn sich Patienten allerdings unsicher sind, ob nicht doch ein anderer Auslöser für die Ohrenschmerzen verantwortlich ist, sollten sie vor einer Selbstbehandlung – insbesondere bei Babys oder Kleinkindern – einen Arzt konsultieren.

Andere Ursachen für Ohrenschmerzen


Neben einer Erkältung und Grippe können zum Beispiel folgende Auslöser verantwortlich für die Schmerzen im Ohr sein:

  • Entzündungen des äußeren Gehörgangs, beispielsweise durch feucht-warmes Milieu nach einem Schwimmbadbesuch
  • Fremdkörper wie etwa Spielzeugteile im Ohr (vor allem bei Kindern) oder Ohrschmalzpfropfen
  • Entzündungen im Mund-Kiefer-Bereich, zum Beispiel schiebende Weisheitszähne oder kariöse Backenzähne
  • Ohrspeicheldrüsenentzündung, etwa ausgelöst durch Parotitis (Mumps)
  • Furunkel im Gehörgang
  • Barotrauma (Verletzung durch Änderung des Luftdrucks, etwa beim Fliegen oder Tauchen)
  • Trommelfellverletzungen
  • Knalltrauma (Schädigung des Ohrs durch Schalldruck)
  • Entzündung der Mandeln (Tonsillitis)

Für gewöhnlich treten Ohrenschmerzen zusammen mit anderen Symptomen auf. Ein Laie kann meist nur schwer beurteilen, um welche Art der Entzündung es sich handelt oder woher die Beschwerden stammen. Aus diesem Grund ist der Gang zum Arzt immer angeraten. Bei Unsicherheit zudem lieber auf Hausmittel verzichten, um Komplikationen zu vermeiden.

Das Ohr: Wo tut’s denn weh?


Ohrenschmerzen sind nicht gleich Ohrenschmerzen. Der Ort der Beschwerden weist in der Regel auf die Ursache hin – wenn es auch für Laien schwer ist, diesen eindeutig zu bestimmen. Dennoch ist es für den Arztbesuch hilfreich, die Anatomie des Ohres zu kennen. Dieses setzt sich aus drei Zonen zusammen: dem äußeren Ohr, dem Mittel- und dem Innenohr. Jedes dieser Bereiche besteht wiederum aus mehreren Bestandteilen:

  • äußeres Ohr: Ohrmuschel, Ohrläppchen, äußerer Gehörgang
  • Mittelohr: Trommelfell, Ohrtrompete, Paukenhöhle (Hohlraum mit Blutgefäßen, Nerven und Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel)
  • Innenohr (mit Flüssigkeit gefüllt): Hörschnecke (Cochlea), Gleichgewichtsorgan
Ohrenschmerzen können in unterschiedlichen Bereichen des Ohrs auftreten. Deswegen ist es hilfreich, die Anatomie zu kennen.

Das Hörorgan (Corti) liegt auf der Basilarmembran, die sich in der Cochlea befindet. Es besteht aus etwa 25.000 Haarzellen, welche die Schallwellen verarbeiten, zu elektrischen Impulsen umwandeln und über den Hörnerv an das Gehirn weiterleiten.3

Neben diesen drei Bereichen des Ohres gibt es eine Reihe weiterer wichtiger Komponenten. Dazu zählen:

  • Mastoid (Warzenteil mit Warzenfortsatz): Teil des Schläfenbeins, mit einigen langen Nackenmuskeln verbunden
  • Ohrenschmalzdrüsen (in der Wand des Gehörgangs): Absonderung von gelb-bräunlichem, klebrigem Ohrenschmalz
  • Ohrenschmalz (Cerumen): Schutz des Gehörgangs vor Austrocknung, Abwehr von schädlichen Keimen dank des niedrigen pH-Werts, Abtransport von Schmutzpartikeln und abgestorbenen Hautschüppchen mithilfe von winzigen Flimmerhärchen

Jedes dieser Bestandteile kann an Ohrenschmerzen beteiligt sein. Aus diesem Grund können Patienten versuchen, zu bestimmen, wo genau der Schmerz auftritt und dies dem Arzt bei der Anamnese mitteilen.

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Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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