Bei Erkältung die Symptome mit Medikamenten lindern

Wenn der Kopf dröhnt, die Nase läuft und der Hals schmerzt, wünschen sich Betroffene meist nur eines: Linderung. Hat einen die Erkältung erwischt, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, um die einzelnen Beschwerden in den Griff zu bekommen. Doch welche genau gibt es?

Ärztin verschreibt Medikamente gegen Erkältung

Warum Antibiotika als Mittel gegen Erkältung nicht infrage kommen

Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist bei vielen Menschen kein seltener Gast – Erwachsene erkranken zwischen zwei- bis dreimal im Jahr, Kinder sogar sechs- bis zehnmal1. Was folgt, sind allerlei Symptome, so zum Beispiel:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen

Meist treten die Beschwerden auch nicht alleine auf, sondern gleichzeitig oder kurz hintereinander. Schuld an den unterschiedlichen Symptomen sind in der Regel Viren – und sie sind auch der Grund dafür, warum Antibiotika bei einer Erkältung nicht helfen. Denn die Medikamente bekämpfen nur Bakterien.

Aber: Antibiotika können dann zum Einsatz kommen, wenn sich eine sogenannte Superinfektion entwickelt hat. Der Begriff wird unter anderem dann verwendet, wenn unmittelbar auf die Erkältung eine bakterielle Infektion folgt. Typisch bei einer Erkältung ist zum Beispiel die bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen.

Um die Beschwerden einer Erkältung zu lindern, stehen Betroffenen neben bewährten Hausmitteln auch Medikamente aus der Apotheke zur Auswahl. Doch welches kommt bei den einzelnen Symptomen jeweils zum Einsatz?

Hatschi! Was Sie bei Schnupfen tun können

Tritt im Rahmen einer Erkältung Schnupfen auf, hat das meistens zur Folge, dass wir nicht mehr oder nur schwer durchatmen können. Denn haben sich die Krankheitserreger erst einmal in der Nasenschleimhaut festgesetzt, sorgen sie dort dafür, dass sich diese entzündet und folglich mehr Sekret produziert. Auf diese Weise versucht der Körper, die Nase zu reinigen und die lästigen Viren auszuschwemmen. Nach einigen Tagen wird das Sekret jedoch zähflüssiger und die Schleimhaut schwillt an – das Atmen ist erschwert.

Damit der Schnupfen im Rahmen einer Erkältung gelindert wird, sollte das richtige Medikament zur Hand sein. Eine Möglichkeit sind Nasensprays, die eine abschwellende Wirkung auf die Schleimhaut haben. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Abschwellende Mittel sollten nicht länger als eine Woche angewandt werden, da sich die Nasenschleimhaut sonst an den Gebrauch gewöhnen könnte. Dieser sogenannte Rebound-Effekt hat zur Folge, dass die Wirkung des Nasensprays bereits nach kurzer Zeit wieder nachlässt und man erneut sprüht. Der Schnupfen verstärkt sich – ein Teufelskreis entsteht.

Bei Erkältung mit Schnupfen muss das Medikament der Wahl allerdings nicht immer ein Nasenspray sein. Alternativ finden sich zur Behandlung der verstopften Nase auch Tabletten oder Tropfen.

Was hilft bei Halsschmerzen?

Bei einer Erkältung befallen die Viren nicht nur die Nasenschleimhaut, auch die des Halses hat unter den Eindringlingen zu leiden. Breiten sie sich dort aus, lösen sie ebenfalls eine Entzündungsreaktion hervor: Die Schleimhäute röten sich, schwellen an und üben Druck auf die umliegenden Nerven aus. Die senden Signale ans Gehirn: Wir verspüren Halsschmerzen.

Typischerweise steht die Beschwerde am Anfang einer Erkältung und ist nach wenigen Tagen überstanden. Trotzdem: Es gibt Mittel gegen Halsschmerzen, die die Symptome lindern. Sprays, Lutschtabletten oder Gurgellösungen – die Medikamente unterscheiden sich nicht nur in ihrer Darreichungsform, sondern auch in ihrer Wirkweise:

  • Antiinflammatorisch: Präparate mit diesem Effekt hemmen die Entzündung.
  • Antiseptisch: Die desinfizierenden Mittel ermöglichen nur eine Wirkung gegen Bakterien. Bei einer viral bedingten Erkältung haben die Präparate eine leicht betäubende Wirkung.
  • Adstringierend: Diese Medikamente besitzen eine leicht abschwellende Wirkung auf die Schleimhaut.

Treten im Rahmen einer Erkältung besonders starke Halsschmerzen auf, können auch schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz kommen.

Pst, bitte nicht flüstern! Bei Heiserkeit braucht die Stimme zwar Schonung, Flüstern sollten Sie – ebenso wie Schreien – allerdings vermeiden. Das strengt die sowieso schon strapazierten Stimmbänder weiter an und kann die Heiserkeit sogar noch verstärken.

Hustenreizstillend oder auswurffördernd? Eine Frage des Hustens

Um Husten zu lindern, ist es zunächst wichtig zu wissen, welche Art von Husten vorliegt: Ist er trocken oder produktiv? Während einer Erkältung können beide Formen auftreten, ein trockener Reizhusten geht in der Regel dem produktiven Husten (mit Schleimbildung) voraus. Von der Hustenart ist abhängig, welches Medikament angewandt wird.

  • hustenreizstillend (antitussiv) gegen trockenen Husten
  • auswurffördernd(expektorierend) gegen produktiven Husten

Bei der Darreichungsform können sich Betroffene zwischen Tropfen, Saft, Tabletten oder Pastillen entscheiden. Wie bei anderen Mitteln gegen Erkältung sind auch hier die Wirkstoffe synthetisch oder pflanzlich.

Erkältung mit erhöhter Temperatur – Medikamente zur Fiebersenkung

Steigt die Körpertemperatur über 38 Grad Celsius ist von Fieber die Rede.2 Dabei handelt es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers, die der Abwehr der Krankheitserreger dient, und in der Regel harmlos ist. Da sich Fieber an der physiologischen Immunabwehr beteiligt, sind fiebersenkende Mittel (Antipyretika) eigentlich nicht nötig. Um das Symptom zu lindern, muss vielmehr gegen die Ursache selbst, also die Erkältung, vorgegangen werden.

Dennoch: In einigen Situationen macht das Senken von Fieber durchaus Sinn – zum Beispiel, wenn sich Betroffene unwohl fühlen, sie Schmerzen haben oder die Temperatur weiter ansteigt. Dann können Erkältungsgeplagte auf fiebersenkende Medikamente zurückgreifen. Ihre Wirkung erreichen solche, indem sie die Bildung körpereigener Botenstoffe (Prostaglandine) hemmen, die an der Entstehung von Fieber bei Entzündungsprozessen beteiligt sind.

Schon gewusst? Antipyretika sind häufig auch zur Linderung von Kopf- oder anderen Schmerzen im Einsatz.

Wann zum Arzt?

Eine Erkältung ist an sich nichts Schlimmes, die Symptome lassen sich mit Medikamenten meist effektiv lindern. Bei leichten Beschwerden ist ein Arztbesuch daher in der Regel nicht nötig. Oder doch? Wann ein Fachmann aufgesucht werden sollte, hängt beispielsweise von Vorerkrankungen (zum Beispiel Asthma), der Stärke des Immunsystems und auch der Schwere der Symptome (zum Beispiel stark erhöhtes Fieber oder schlechtes Allgemeinbefinden) ab.

Der Besuch beim Arzt ist auch dann angebracht, wenn eine Krankmeldung benötigt wird. Denn wer an einer Erkältung leidet, sollte sich in erster Linie ausruhen und seinem Körper Ruhe gönnen, damit er die Infektion bekämpfen kann.

1Kinder- & Jugendärzte im Netz: Erkältung (Grippaler Infekt). URL: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/erkaeltung-grippaler-infekt/ (26.06.2018).
2Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: Fieber: Temperatur-Regulation im Körper. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/temperatur-regulation-im-koerper.html (05.06.2018).