Erkältung: Welche Folgen möglich sind und wie Sie den Infekt erkennen

„Zum Glück habe ich mich bloß erkältet“, denkt man sich so oft, wenn Husten und Schnupfen einen plagen. Doch auch mit dem Wissen, dass Sie „nur“ eine Erkältung haben, sollten Sie diese nie auf die leichte Schulter nehmen und immer gut auskurieren. Denn eine Erkältung kann Folgen haben. Welche genau?

Mann erschöpft im Bett, in Folge einer Erkältung

Woran Sie eine Erkältung erkennen

Wenn Sie eine Erkältung erkennen wollen, sollten Sie wissen, dass sie sich typischerweise durch ein leichtes Kratzen und Schmerzen im Hals ankündigt. Im weiteren Verlauf des Infektes, der für gewöhnlich nach einer Woche überstanden ist1, machen sich mitunter folgende Symptome bemerkbar:

Einige Personen erkennen bis zu viermal jährlich bei sich eine Erkältung.2 Der Grund dafür ist, dass hunderte von unterschiedlichen Erregern eine Erkältung zur Folge haben können. Für gewöhnlich sind Viren die Schuldigen – insbesondere Rhinoviren. Weil so viele verschiedene Viren existieren, deren Folge eine Erkältung ist, kennt unser Immunsystem nicht immer die optimalen Bekämpfungsmöglichkeiten.

Grippe oder nicht? Erkältung erkennen

Für gewöhnlich ist eine Erkältung harmloser als die Grippe. Oftmals kommt es jedoch zu Verwechslungen der beiden Infekte. Das liegt vor allem am Sprachgebrauch. Denn eine Erkältung wird auch „grippaler Infekt“ genannt. Erkennen lässt sich die Grippe unter anderem daran, dass Fieber sehr hoch ist, Kopfschmerzen langanhaltend und stechend sind, Halsschmerzen auch Schmerzen beim Atmen bereiten können und Husten meist trocken ist. Generell lässt sich behaupten, dass die Symptome wesentlich heftiger in Erscheinung treten als bei einer Erkältung. Zudem ist Schnupfen üblicherweise die Folge einer Erkältung.

Die Folgen einer Erkältung

Wenn Sie bei sich eine Erkältung erkennen, sollten Sie diese nie auf die leichte Schulter nehmen. Denn der Infekt schwächt Ihr Immunsystem. Es konzentriert sich nun hauptsächlich auf die Bekämpfung des erkältungsauslösenden Erregers.

Das Problem: Auslöser von anderen Krankheiten haben nun ein leichteres Spiel beim Eindringen in Ihren Organismus. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Erkältungserreger selbst noch weiter in Ihren Körper vordringen. Zu den Krankheiten, welche die Folge einer Erkältung sein können, gehören unter anderem:

  • Bronchitis (Entzündung der größeren Verästelungen der Luftröhre)
  • Herzmuskelentzündung
  • Lungenentzündung
  • Mittelohrentzündung

Die häufigste Folge einer Erkältung ist jedoch die Nasennebenhöhlenentzündung.2 Womöglich weil sich die Nasennebenhöhlen in fast direkter Nachbarschaft zu den Nasenschleimhäuten befinden, in welchen die Auslöser einer Erkältung meist sitzen.

Wissenswert

Die beste Methode, um Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es, sich zu schonen. Denn eine gute körperliche Verfassung ist das A und O, damit das Immunsystem mit weiteren Erregern zurechtkommt. Zögern Sie nicht, damit zum Arzt zu gehen, wenn Ihre Beschwerden nicht nachlassen oder sich verschlimmern.

Nasennebenhöhlenentzündung: So erkennen Sie die oftmalige Folge einer Erkältung

Wenn Sie eine Erkältung haben, kann es schnell passieren, dass sich die Erreger in der angeschwollenen Nasenschleimhaut weiter vermehren. Oftmals bahnen sich diese dann ihren Weg von der Nase aus in die Nasennebenhöhlen. Die mögliche Konsequenz: Sie erkranken an einer Nasennebenhöhlenentzündung – auch Sinusitis genannt.

Was sind die Nasennebenhöhlen?

Alle Menschen besitzen im Gesichtsschädel folgende Höhlen: Keilbeinhöhle, Kieferhöhle, Stirnhöhle und Siebbeinzellen. Zusammengefasst werden sie unter der Bezeichnung „Nasennebenhöhlen“. Jede von ihnen ist mit einer Schleimhaut ausgestattet, an der kleine Härchen (Zilien) sitzen. Sie erfüllen eine Reinigungsfunktion. Zunächst bleiben beispielsweise Fremdkörper an ihnen haften. Anschließend transportieren die Zilien sie zum Rachen, wo die störenden Eindringlinge geschluckt beziehungsweise abgehustet werden können. Im Übrigen verbinden kleine Kanäle – sogenannte Ostien – die zwei Haupthöhlen der Nase mit den Nebenhöhlen.

Unter anderem erkennen Sie eine Sinusitis, die mitunter die Folge einer Erkältung ist, an diesen Symptomen:

  • Druckgefühl im Bereich von Stirn, Augen oder Wangen
  • Druckintensivierung beim Bücken und Husten
  • Schmerzwahrnehmung beim Abklopfen des Gesichtes

Die Entzündungsreaktionen im Nasennebenhöhlenbereich führen dazu, dass die Schleimhäute der Nebenhöhlen anschwellen. Um die Krankheitserreger schnellstmöglich zu entfernen, veranlasst das Immunsystem die Produktion von Sekret. Es kommt zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung in den Nasennebenhöhlen, die Betroffene in Form eines schmerzhaften Drucks wahrnehmen.

Falls Sie erkennen, dass sich Ihre Erkältung zu einer Nasennebenhöhlenentzündung weiterentwickelt hat, brauchen Sie keine Angst zu haben. In der Regel lässt sich eine Sinusitis gut behandeln. Zur Anwendung kommen beispielsweise schleimhautabschwellende Arzneimittel. So kann druckverursachendes Sekret besser ablaufen.

1 Glenschel, Ulrike/ Becker, Claudia: Schließende Statistik. Grundlegende Methoden. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag 2005. S. 179
2 Springer Medizin: Erkältungskrankheiten. 20 Fragen und Antworten damit Sie schnell wieder gesund werden. URL: https://www.aerztezeitung.de/pdf/20Fragen_Erkaeltungskrankheiten.pdf (17.05.2018). S. 1-2.