Häufige Fragen zur verschleppten Erkältung

Wie zeigt sich eine verschleppte Erkältung?

Wenn typische Symptome wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen länger als üblich andauern (mehr als 9 Tage) oder gar stärker werden, weist das auf eine unvollständig auskurierte Erkältung hin.1

Ist eine verschleppte Erkältung gefährlich?

Wird eine Erkältung verschleppt, kann das verschiedene Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Diese reichen von Nasennebenhöhlen- und Ohrenentzündungen bis hin zu unter Umständen lebensgefährlichen Krankheiten wie einer Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündung. Mit einer nicht auskurierten Erkältung ist daher nicht zu spaßen.

Wie wird eine verschleppte Erkältung behandelt?

Geht die Erkältung beispielsweise mit einer bakteriellen Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündung einher, verschreibt der Arzt oft Antibiotika. Beim Verdacht auf Erkrankungen wie einer Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung überweist der Hausarzt gegebenenfalls an einen Spezialisten.

Lässt sich einer verschleppten Erkältung vorbeugen?

Eine verschleppte Erkältung verhindern Sie am besten, wenn Sie Ihrem Körper ausreichend Erholung zugestehen. Die Bekämpfung einer Erkältung kostet dem Organismus viel Kraft. Auf Sport oder andere anstrengende körperliche Aktivitäten sollte daher während der Erkrankung verzichtet werden.

Wie erkenne ich eine verschleppte Erkältung?


Ein verschleppter grippaler Infekt zeichnet sich allem voran durch seine ungewöhnlich lange Dauer aus. In der Regel klingen die Symptome einer unkomplizierten Erkältung ohne weitere Behandlung nach etwa neun Tagen ab (bei Kindern kann sich der Zeitraum auf bis zu 15 Tage verlängern)1. Halten SchnupfenHalsschmerzen und Husten jedoch länger an oder verschlimmern sich, deutet dies darauf hin, dass die Erkrankung verschleppt wurde.

Doch was sollen Betroffene beim Verdacht auf eine verschleppte Erkältung unternehmen? Kommen zu den typischen Erkältungssymptomen weitere Beschwerden (zum Beispiel Ohrenschmerzen, Atemnot) hinzu oder lassen die Beschwerden nicht nach, empfiehlt es sich, zeitnah den Hausarzt aufzusuchen. Dieser kann Sie gründlich untersuchen und mögliche Folgeerkrankungen feststellen.

Schon gewusst?

Erwachsene leiden im Durchschnitt etwa dreimal im Jahr an einer Erkältung – bei Kindern sind sogar bis zu 12 grippale Infekte jährlich möglich.1 Der Grund dafür ist, dass hunderte von unterschiedlichen Erregern eine Erkältung auslösen können. Für gewöhnlich sind Viren die Schuldigen – insbesondere Rhinoviren. Weil so viele verschiedene Viren existieren, kennt unser Immunsystem nicht immer die optimalen Bekämpfungsmöglichkeiten.

Wie kommt es zu einer verschleppten Erkältung?


Wenn Sie bei sich eine Erkältung erkennen, ist Ihr Immunsystem bereits in Alarmbereitschaft. Es konzentriert sich nun hauptsächlich auf die Bekämpfung des erkältungsauslösenden Erregers. Das kostet viel Kraft und Energie.

Das Problem: Auslöser von anderen Krankheiten (Viren und Bakterien) haben jetzt leichtes Spiel beim Eindringen in Ihren Körper. Nicht selten kommt es zu einer bakteriellen Superinfektion. Von dieser sprechen Mediziner, wenn der Organismus neben den (Erkältungs-)Viren zusätzlich noch von Bakterien befallen wird. Häufig ist das der Grund für viele Folgeerkrankungen eines grippalen Infekts. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Erkältungserreger selbst noch weiter in Ihren Körper vordringen (zum Beispiel in die Ohren oder in die Nasennebenhöhlen).

Bei bestimmten Personengruppen ist das Risiko für eine verschleppte Erkältung erhöht, da ihr Immunsystem meist geschwächt ist. Dazu gehören:

  • schwangere Frauen
  • ältere Menschen
  • Personen mit immunschwächenden Erkrankungen (zum Beispiel einer HIV-Infektion)
  • Patienten, die Immunsuppressiva (das Abwehrsystem hemmende Medikamente) einnehmen, zum Beispiel nach einer Organtransplantation

Daher sollten diese Menschen besonders achtsam sein und sich im Zweifel bei Erkältungsanzeichen sicherheitshalber an ihren Arzt wenden und beraten lassen.

Verschleppte Erkältung: Welche Folgen sind denkbar?


In manchen Fällen bedeutet ein verschleppter Infekt nur, dass der Körper mehr Zeit zum Auskurieren braucht. Es können jedoch auch Komplikationen aus einer Erkältung heraus entstehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Sekret verstopft die Gänge zwischen Nase und Nebenhöhlen. Krankheitserreger vermehren sich dann besonders leicht und eine Nasennebenhöhlenentzündung wird ausgelöst. Diese macht sich oft durch Druckschmerzen im Stirn-, Augen- und Wangenbereich bemerkbar.
  • Mittelohrentzündung: (Otitis media): Krankheitserreger gelangen über die Eustachische Röhre (Verbindung zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr) in das Innere des Ohrs und lösen dort eine Entzündung aus. Vor allem Kinder sind davon häufig betroffen. Symptome der Mittelohrentzündung sind unter anderem starke Ohrenschmerzen und vorübergehende Gehörminderung.
  • Mandelentzündung (Tonsillitis): Führt der Infekt zu einer Entzündung der im Hals liegenden Mandeln, zeigt sich das meist durch massive Schluckbeschwerden (Gefühl von Kloß im Hals und Schmerzen) bemerkbar. Außerdem sind die Mandeln stark gerötet und vergrößert. Bei einer bakteriellen Infektion sind unter Umständen gelblich-weiße Eiterablagerungen auf den Mandeln erkennbar.
  • Bronchialschleimhautentzündung (Bronchitis): Gelangen die Erreger in die unteren Atemwege, ist es denkbar, dass sich die Schleimhäute der Bronchien (luftleitende Anteile der Lunge) entzünden. Eine Bronchitis zeigt sich in der Regel durch einen heftigen Husten mit Sekretauswurf.
  • Lungenentzündung (Pneumonie): Hierbei sind die Lungenbläschen und umgebendes Gewebe entzündet. Charakteristisch für eine Lungenentzündung sind allgemeine Abgeschlagenheit, hohes Fieber (Körpertemperatur über 39 Grad Celsius), Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Husten und Schmerzen in der Brust. Die Erkrankung ist sehr ernst zu nehmen, da sie in Ausnahmefällen zu lebensgefährlichen Komplikationen (wie einem Atemstillstand) führen kann.
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Häufig zeigen sich keine speziellen Symptome, sondern lediglich ein allgemeines Krankheitsgefühl (ähnlich wie bei einer Grippe). Herzrasen und Brustschmerzen kommen nur in wenigen Fällen vor. Trotzdem muss die Herzmuskelentzündung als Folge einer verschleppten Erkältung bei Beschwerden unbedingt in Betracht gezogen werden. Denn Komplikationen, wie eine Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder gar Herzversagen, sind – wenn auch selten – möglich.
  • Hirnhautentzündung (Meningitis): Sehr selten gelangen als Folge einer verschleppten Erkältung Viren über das Blut in das Gehirn und lösen dort eine Entzündung aus. Treten ein steifer Nacken, starke Kopfschmerzen und Fieber auf, sollten Betroffene aufmerksam werden und sofort einen Arzt aufsuchen, da eine Hirnhautentzündung einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann.

Die Behandlung einer verschleppten Erkältung


Da verschiedene Folgen unvollständig auskurierten Infekts möglich sind, variiert die Behandlung. In der Regel sind Sie jedoch mit einem Besuch bei Ihrem Hausarzt gut beraten. Generell sind bei einer verschleppten Erkältung immer Ruhe und Erholung zu empfehlen.

Leichtere Folgeerkrankungen, wie die Nasennebenhöhlenentzündung, lassen sich recht gut behandeln: Schleimlösende Medikamente und abschwellende Nasensprays sorgen für ein einfacheres Abfließen des Sekrets. Bei einer eitrigen, bakteriellen Entzündung der Nasennebenhöhlen verschreibt der Mediziner womöglich Antibiotika für eine schnellere Heilung. Auch bei einer Mandel- oder Mittelohrentzündung kann dieses unter Umständen neben anderen Maßnahmen (beispielsweise Halstabletten oder Hausmitteln wie kühlende Wickel) zum Einsatz kommen.

Beim Verdacht auf schwerwiegendere Komplikationen, wie eine Lungen-, Herzmuskel- oder Hirnhautentzündung, verweist der Hausarzt an einen anderen Spezialisten – beispielsweise einen Internisten (Facharzt für Innere Medizin) – oder direkt an ein Klinikum. Die Experten werden je nach Art der Erkrankung eine individuelle Behandlung anordnen.

Wie lässt sich einer verschleppten Erkältung vorbeugen?


Damit sich aus einem harmlosen grippalen Infekt keine Folgeerkrankungen entwickeln, sollten Sie sich ausreichend schonen. Der Kampf gegen die Erkältung kostet den Körper viel Kraft. Jede weitere Anstrengung stellt eine zusätzliche Belastung dar. Vermeiden Sie während einer Erkältung daher größere körperliche Aktivitäten (zum Beispiel in Form von Sport) und achten Sie auf ausreichend Schlaf. Zusätzlich wirkt sich eine gesunde und vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse positiv auf das Immunsystem aus.

Ist Bewegung gänzlich verboten?

Wenn Sie nur unter leichten Erkältungssymptomen wie Schnupfen oder Halsschmerzen leiden und einen Bewegungsdrang verspüren, ist ein entspannter Spaziergang an der frischen Luft in der Regel in Ordnung. Spätestens jedoch, wenn der Infekt von Fieber (Körpertemperatur über 38 Grad Celsius) begleitet wird, ist Bettruhe angesagt.2

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Pauline Zäh Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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