Was ist eine Erkältung (viraler Infekt)? Ein Überblick

Jeder kennt sie, keiner mag sie: Vor allem in den Wintermonaten sucht die Erkältung (viraler Infekt) viele von uns heim. Wenn Sie dann da ist, läuft die Nase, der Hals schmerzt, man fühlt sich schlapp. Jährlich erkranken Männer und Frauen gleichermaßen etwa ein- bis dreimal an einer Erkältung1, die mit einem Anteil von 40 Prozent2 den häufigsten Grund für Arbeitsunfähigkeit darstellt. Aber was genau ist eine Erkältung, wie entsteht sie und wie wird man sie möglichst schnell wieder los?

Viraler Infekt: Mann liegt mit Erkältung am Sofa

So entsteht eine Erkältung: Ansteckung und Ursachen

Im Gegensatz zur Grippe, die durch bestimmte Influenza-Viren ausgelöst wird, können für eine Erkältung viele unterschiedliche virale Erreger verantwortlich sein. Zu den häufigsten aus etwa 220 verschiedenen Virustypen zählen unter anderem Rhino-, Corona- und Adenoviren. Durch die hohe Zahl an auslösenden Viren, erkranken Patienten immer wieder an einer Erkältung, an der sie sich über zwei verschiedene Wege anstecken können:

  • Bei der Tröpfcheninfektion sind die Viren in kleine Wassertröpfchen verpackt und werden durch Husten oder Niesen in der Raumluft versprüht.
  • Bei der Schmier- oder Kontaktinfektion werden die Erreger, die durch Niesen oder Husten auf die Hände gelangt sind, durch Handkontakt auf Gegenständen wie Haltestangen oder Türklinken verteilt.

Manchmal leben Erreger auf den Schleimhäuten, ohne dass ein viraler Infekt ausbricht. Oft wird die Erkältung erst dann ausgelöst, wenn der Körper nach extremen Stresssituationen zur Ruhe kommt (zum Beispiel im Urlaub) oder das Abwehrsystem durch Vorerkrankungen oder Immunschwächekrankheiten ohnehin schon beeinträchtigt ist. Auch die trockene Heizungsluft in den Wintermonaten begünstigt die Ansteckung, da die Schleimhäute dadurch gereizt sein können und deren Schutzfunktion vor Erregern nicht mehr gegeben ist.

Wie lange dauert eine Erkältung?

Nachdem Sie sich angesteckt haben, kann es etwas dauern, bis die Erkrankung tatsächlich ausbricht. Bereits in dieser Phase ist es aber möglich, andere Menschen anzustecken. Man spricht von der Inkubationszeit, die bei einem viralen Infekt mit ein bis drei Tagen3 vergleichsweise kurz ist. In den darauffolgenden Tagen breiten sich die Symptome dann zunehmend aus. Die konkrete Dauer der Erkältung ist individuell und kann nur schwer bestimmt werden. In der Regel sollten sich die Symptome nach sieben Tagen4 erheblich gebessert haben. Schnupfen und produktiver Husten können allerdings noch länger bestehen bleiben.

Schonen Sie sich also in dieser Zeit besser noch, um die Infektion komplett auszuheilen. So verhindern Sie auch das „Verschleppen“ des viralen Infekts. Wenn die Symptome nämlich nicht ganz ausgeheilt sind, sind auch nicht alle Viren bekämpft. Das heißt, dass die Krankheitszeichen erneut auftreten können und die Erkältung nochmals ausbrechen kann. Außerdem ist ihr Immunsystem immer noch geschwächt und deshalb anfälliger für neue Infekte.

Superinfektion durch Bakterien

Bakterien sind nur in seltenen Fällen Ursache für eine Erkältung. Manchmal jedoch kommt bei einem viralen Infekt zusätzlich eine bakterielle Infektion hinzu, die das Krankheitsbild deutlich verschlimmert. Da die Erkältungsviren schon in die Schleimhaut eingedrungen sind, ist diese geschwächt und dadurch anfällig. Dadurch haben Bakterien ein leichtes Spiel und können sich einfach „oben drauf setzen“. Wenn Ihre Symptome über die einer Erkältung hinausgehen, sollten Sie sicherheitshalber von einem Mediziner abklären lassen, ob Bakterien für die Beschwerden verantwortlich sind.

Nur wenn sich der Arzt absolut sicher ist, dass zusätzlich zum viralen Infekt noch eine bakterielle Infektion vorliegt und Sie somit an einer Superinfektion leiden, wird ein Antibiotikum verschrieben.

So verlaufen die Symptome einer Erkältung

Wie genau die Erkältung bei einzelnen Patienten verläuft, hängt von der Art der jeweiligen Erreger ab, die unterschiedliche Symptome auslösen können. Die häufigste Begleiterscheinung bei einer Erkrankung der oberen Atemwege ist der Schnupfen. Dieser ist weitestgehend ungefährlich und verheilt im Regelfall auch ohne weitere Behandlung. Es besteht lediglich das Risiko, dass die Nasennebenhöhlen und Ohren durch das Anschwellen der Nasenschleimhäute nicht mehr ordnungsgemäß durchlüftet werden und das Sekret nicht abfließen kann. Dadurch staut sich Schleim in den Nasennebenhöhlen und es können an diesen Stellen Entzündungen entstehen (Nasennebenhöhlenentzündung).

Oft beginnt die Symptomatik schleichend und der Betroffene merkt kaum, dass eine Erkältung ausbricht. Allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit und Kopfschmerzen werden meist noch nicht als anfängliche Anzeichen einer Erkrankung wahrgenommen.

Erst deutlichere Symptome wie ein Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden und häufiges Niesen lassen erahnen, dass ein viraler Infekt seinen Lauf nimmt. Bis sich die Symptome vollständig entfalten, können noch einmal zwei bis acht Tage vergehen5.

Nun können auch weitere Symptome eines viralen Infekts auftreten:

Die Stärke der Beschwerden variiert von Patient zu Patient. Die Symptome heilen unterschiedlich schnell aus und je nach Ausprägung sind verschiedene Behandlungen möglich.

Hausmittel: Was ist bei einer Erkältung hilfreich?

Vor allem bei leichten Erkältungen, bei denen man nicht gleich einen Arzt aufsuchen möchte, empfehlen sich einige Hausmittel zur Linderung der Symptomatik. Das wichtigste bei einer Erkältung ist ausreichendes Trinken (auch ohne Durst), da der Flüssigkeitsverlust durch den Schnupfen und eventuell erhöhte Temperatur sehr hoch ist. Um die Durchlüftung der Nebenhöhlen zu garantieren, ist es wichtig, dass die Schleimhäute abschwellen. Dampfinhalationen und Nasenspülungen eignen sich hierfür hervorragend – außerdem schlafen Sie mit freier Nase nachts besser.

Richtiges Niesen

Oft ist es unangenehm, in der Öffentlichkeit mit einem lauten „Hatschi“ in das Taschentuch zu niesen. Aus diesem Grund neigen viele Menschen dazu, das Niesen zu unterdrücken. Dadurch entsteht ein Überdruck im Kopf, weil die Luft nicht durch Mund und Nase entweichen kann.

Die Luft sucht sich einen anderen Weg, beispielsweise über das Mittelohr, wodurch im schlimmsten Fall sogar das Trommelfell platzen kann. Weiterhin können die Viren, Bakterien oder Fremdkörper in der Nase nicht auf normalem Wege ausgeschieden werden und verstopfen die Nebenhöhlen, was eine Entzündung hervorrufen kann.

Neben der verstopften Nase sind Reizhusten und Halsschmerzen besonders unangenehm. Süßholzwurzel- und Majoran-Tee beruhigen den Hals und fördern den Auswurf, Zwiebelsaft mit Honig sowie Holunder (Tee oder Saft) ist ein wohltuendes Mittel für den Rachen und begünstigt zusätzlich die Schweißbildung.

Die Vorteile von Schwitzen bei einer Erkältung:

  • Produktion von Antikörpern wird angeregt
  • durch das Anwärmen der Nasenschleimhäute wird das Nasensekret verflüssigt (Viren können besser abtransportiert werden)

Doch Vorsicht: Sport und Sauna strengen den Körper nur zusätzlich an, sodass er nicht genug Energie für die Bekämpfung der Viren aufbringen kann. Stattdessen lieber warm einpacken, ins Bett legen und dort schwitzen.

Zur generellen Bekämpfung der Erkältungssymptome kann Ihnen ein Tee aus Pelargonien-Wurzeln mit seiner antibiotischen, antiviralen und zusätzlich schleimlösenden Wirkung helfen.

Wann ein Arztbesuch bei einer Erkältung sinnvoll ist

Meist heilen die Symptome ohne ärztliche Hilfe aus. Treten jedoch folgende Krankheitszeichen auf, sollten Sie sie nicht auf die leichte Schulter nehmen und besser einen Arzt aufsuchen:

  • Fieber (ab 39 Grad Celsius)6
  • Atemnot
  • starke Hals- und Ohrenschmerzen (eine Mittelohrentzündung muss ausgeschlossen werden)
  • starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Wenn die Erkältungssymptome nach drei bis vier Tagen7 noch keine Besserung zeigen, ziehen Sie ebenfalls ein Arzt zu Rate, um eine echte Grippe (Influenza) auszuschließen. Die Symptome einer echten Grippe können der der Erkältung sehr ähnlich sein. Treten die Beschwerden plötzlich auf und sind sie sehr stark, wird Ihr Arzt klären, um was für eine Infektion es sich handelt.

Sport beim viralen Infekt: Go oder No-Go?

Bei einer Erkältung ist Sport absolut nicht zu empfehlen, es kann die Erkrankung sogar verschlimmern.

Was ist, wenn Sie trotz einer fiebrigen Erkältung Sport machen? Bei einer fiebrigen Erkältung sollte unbedingt komplett auf Sport verzichtet werden. Hier wirken nämlich gleich zwei Stressfaktoren auf den Körper ein: sowohl die Infektion selbst als auch die Anstrengung durch die sportliche Betätigung. Zudem besteht die Gefahr, dass durch den Sport Viren zum Wandern angeregt werden. So können sie auch andere Organe befallen und weitere Entzündungen auslösen. Bei Befall des Herzens kann im schlimmsten Fall sogar eine Herzmuskelentzündung entstehen, deren Symptome oft unspezifisch beginnen. Treibt man während der Herzmuskelentzündung Sport, ist die Belastung für das Herz häufig zu groß. Daraus können Herzrhythmusstörungen oder im schlimmsten Fall der plötzliche Herztod folgen.

Auskuriert: So können Sie der nächsten Erkältung vorbeugen

Die Hauptursache für die Ansteckung mit Erkältungsviren ist ein geschwächtes Immunsystem. Wenn Sie also dem nächsten viralen Infekt vorbeugen möchten, ist es wichtig, Ihr Immunsystem dauerhaft zu stärken und sich vor neuen Erregern zu schützen.

Zu den präventiven Maßnahmen gehören:

  • häufiges und intensives Händewaschen
  • Kontakt der Hände mit den eigenen Schleimhäuten (an Auge, Nase oder Mund) vermeiden
  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
  • ausreichend Schlaf
  • Maßnahmen zur Stressvermeidung (zum Beispiel Yoga oder Autogenes Training)
  • eine ausgewogene Ernährung (beispielsweise mit Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl)
  • ein gemäßigter Alkoholkonsum

Diese vorbeugenden Tipps zur Stärkung des Abwehrsystems sind allerdings keine Garantie dafür, dass Sie sich keine Erkältung mehr einfangen. Sie können lediglich unterstützend wirken, aber keinesfalls den Ausbruch erneuter Erkältungen komplett verhindern.

1 Statista: Umfrage zur Häufigkeit von Erkältungen. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/661674/umfrage/umfrage-zur-haeufigkeit-von-erkaeltungen-in-deutschland-nach-geschlecht/ (21.06.2018)
2 Carola Seifart: Banale Atemwegsinfekte symptomatisch behandeln.URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3873 (21.06.2018)
3 Carola Seifart: Banale Atemwegsinfekte symptomatisch behandeln.URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3873 (21.06.2018)
4 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Erkältung. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.2642.de.html#verlauf (21.06.2018)
5 HNO Ärzte im Netz: Schnupfen – Anzeichen und Verlauf.URL: https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/anzeichen-und-verlauf.html (25.06.2018)
6 Kinderärzte im Netz: Fieber: Was ist Fieber URL: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/fieber/ (26.06.2018)
7 IKK gesund plus: Erkältung und Grippe. URL: https://www.ikk-gesundplus.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/ErkaeltungundGrippe_IKKgp.pdf (25.06.2018)