Kurzum: Was ist eine Erkältung?


Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist eine Erkrankung der oberen Atemwege. Dabei befallen Erkältungsviren — in den meisten Fällen Rhinoviren — die Schleimhäute und bringen die Zellen dazu, noch mehr Viren zu produzieren. Ist die Bildung der Viren abgeschlossen, wird die Wirtszelle zerstört – das ruft das Immunsystem auf den Plan. Es entsendet Abwehrzellen, um die Erreger loszuwerden. Allerdings hat dies auch zur Folge, dass bestimmte Stoffe produziert werden, sogenannte Entzündungsmediatoren, die lokale Entzündungsreaktionen auslösen.

Die ersten Symptome treten in der Regel rund 24 bis 72 Stunden nach der Ansteckung auf.1 Häufig sind dies

Die Beschwerden werfen viele Betroffene schnell aus der Bahn, sodass der Alltag nur noch schwer zu bestreiten ist. Damit es gar nicht so weit kommt, empfiehlt es sich, das gesamte Jahr über auf die Vorbeugung einer Erkältung zu setzen.

Mit Hausmitteln einer Erkältung vorbeugen – bei ersten Anzeichen und davor


Zur Vorbeugung einer Erkältung eignen sich einfache Hausmittel. Statt einer einzelnen Maßnahme sollten Sie dabei verschiedene Methoden kombiniert anwenden:

Tipp 1: Auf die Hygiene achten

Hygiene ist bei der Vorbeugung einer Erkältung das A und O. Denn eine Erkältung wird durch Viren verursacht, die ihren Weg von einer infizierten Person zu einer gesunden finden und sich dort ausbreiten. Insbesondere bei der Schmierinfektion spielt die Hygiene eine wichtige Rolle. Bei diesem Übertragungsweg haften die Erreger beispielsweise an Haltestangen im Bus oder auf Türklinken. Fassen wir uns anschließend mit den Fingern an Mund oder Nase, gelangen die Erreger so auf die Nasen- oder Rachenschleimhaut und können einen grippalen Infekt auslösen.

Um der Erkältung durch eine Schmierinfektion vorzubeugen, ist daher regelmäßiges Händewaschen essenziell – und zwar in der Erkältungssaison ruhig nach jedem Händeschütteln und jeder Busfahrt. Und so geht’s richtig:

  • Verwenden Sie ausreichend Wasser und Seife, verreiben Sie diese 20 bis 30 Sekunden in Ihren Händen und zwischen den Fingern.3
  • Spülen Sie danach alles sorgfältig ab und trocknen Sie die Hände.
  • Achten Sie darauf, das Handtuch regelmäßig zu wechseln.

Eignen sich Desinfektionsmittel, um einer Erkältung vorzubeugen?

Viele Menschen neigen in der Erkältungszeit dazu, sich ständig die Hände zu desinfizieren. Aber bringt das etwas? Es kommt auf die Inhaltsstoffe an. Damit das Produkt die Erreger unschädlich machen kann, muss es viruzid, also virenschädigend sein. Bei vielen Mitteln ist dies jedoch nur begrenzt gegeben. Das bedeutet, dass sie nur gegen sogenannte behüllte Viren (Erreger mit äußerer Struktur) wirksam sind, zu denen beispielsweise Grippe-, aber nicht Erkältungsviren zählen.

Außerdem: Einige Desinfektionsmittel werben damit, Bakterien zu entfernen. Das bringt zur Vorbeugung einer Erkältung allerdings wenig, da diese durch Viren hervorgerufen wird.

Tipp 2: Stärken Sie Ihr Immunsystem

In der Erkältungszeit geht das Schnupfen und Husten wieder los. Das muss allerdings nicht bedeuten, dass man sich selbst auch erkältet. Denn es ist vielmehr ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, das zu einem Ausbruch der Erkrankung führt. Ist das Immunsystem gefestigt, kann es die Viren selbst bekämpfen – ohne dass es zu einer Erkältung kommt. Um das zu erreichen, empfiehlt es sich, die körpereigene Abwehr vorbeugend zu stärken. Beachten Sie hierfür folgende Tipps:

  • Wechselduschen: Die abwechselnd kalten und warmen Waschungen fördern die Durchblutung und regen das Herz-Kreislauf-System sowie den Stoffwechsel an.
  • Sport: Einen ähnlichen Effekt wie Wechselduschen hat regelmäßige Bewegung. Am besten eignet sich dafür Ausdauertraining wie Joggen, Walken oder Radfahren.
  • Erholung: Gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie Stress. Ein Entspannungsbad mit Zusätzen wie Ölen aus Fichtennadeln, Eukalyptus, Thymian oder Melisse unterstützt Sie dabei. Gönnen Sie sich außerdem ausreichend Schlaf, sieben bis acht Stunden täglich gelten als ideal.2
  • Ernährung: Ihre Mahlzeiten sollten Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthalten – am besten täglich mindestens fünf Portionen Gemüse oder Obst.3 Trinken Sie zudem ausreichend Wasser und ungesüßten Tee – im Idealfall mindestens 1,5 Liter täglich.4

Wie können Vitamine helfen, einer Erkältung vorzubeugen?

Als Klassiker zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten gelten die Vitamine C und E. Die Nährstoffe sind ein Teil des antioxidativen Abwehrsystems gegen freie Radikale. Dabei handelt es sich um hochreaktive, aggressive, chemische Verbindungen, die anderen Atomen oder Molekülen Elektronen entreißen – und dabei neue Radikale bilden. Infolge dieser Kettenreaktion kommt es zu oxidativem Stress, der unter anderem im Verdacht steht, das Immunsystem zu schwächen und Infektionen zu begünstigen. Dem sollen Vitamin C und E entgegenwirken. Schaden kann es daher nicht, den Speiseplan um eine Extraportion Vitamin C (beispielsweise in Brokkoli, Sanddorn und Hagebutte enthalten) und Vitamin E (reich sind unter anderem Mandeln und Haselnüsse) zu erweitern. Allerdings ist der Nutzen einer vorbeugenden Nährstoffeinnahme weiterhin umstritten.5

 

Tipp 3: Mit Hausmitteln die Schleimhäute befeuchten

Viren siedeln sich besonders gut auf trockenen Nasenschleimhäuten an, die aufgrund der Heizungsluft in Herbst und Winter, aber auch durch Abgase oder Zigarettenrauch entstehen. Um die Schleimhäute feucht zu halten, bieten sich Luftbefeuchter an oder Sie stellen eine Schale mit Wasser auf die Heizung.

Wenn Sie einer Erkältung mit Hausmitteln vorbeugen möchten, ziehen Sie auch

  • Nasenspülungen oder
  • Dampfinhalationen

gegen eine trockene Nasenschleimhaut in Betracht.

Übeltäter Klimaanlage?

Entgegen der weitläufigen Meinung ist es nicht die Kälte der Klimaanlage, die die Entstehung einer Erkältung begünstigt, sondern vielmehr die Tatsache, dass das Gerät die Luftfeuchtigkeit herabsetzt und so die Schleimhäute austrocknet. Das hat zur Folge, dass Krankheitserreger leichteres Spiel haben, sich in den oberen Atemwegen zu vermehren.

Außerdem kann eine schlechte Wartung der Klimaanlage mit unregelmäßig ausgetauschten Filtern verantwortlich für die Ansammlung von Viren sein. Unser Tipp: Öffnen Sie mehrmals täglich die Fenster und lüften Sie klimatisierte Räume.

Tipp 4: Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung einer Erkältung

Versuchen Sie im Rahmen der Vorbeugung einer Erkältung zusätzlich den engen Kontakt zu Erkrankten zu vermeiden. Besonders vorsichtig sollten hier Personen mit einem geschwächten Immunsystem sein, da sie anfälliger für einen grippalen Infekt sind. Auch schwangere Frauen gelten aufgrund ihres zurückgefahrenen Immunsystems als Risikogruppe. Daher ist es vollkommen in Ordnung, Verabredungen abzusagen, wenn sie befürchten, dass dort erkältete Freunde oder Familienmitglieder anzutreffen sind.

Sind Sie selbst infiziert, gilt: Bleiben Sie bei einer Erkältung lieber zuhause, bevor Sie sich ins Büro schleppen und dort Ihre Kollegen anstecken. Denn auch das gehört zur Vorbeugung einer Erkältung.

Impfen zur Vorbeugung gegen Erkältung – geht das?

Nein, einen Impfstoff gegen einen grippalen Infekt gibt es noch nicht. Der Grund: Es existieren über 200 verschiedene Virenarten, die eine Erkältung auslösen können und somit die Vorbeugung mit Hilfe einer Impfung umständlich gestalten.6 Die Erreger verändern zudem ständig ihre Form, sodass es für die Forscher schwer ist, einen geeigneten Wirkstoff herzustellen. Eine Impfung gegen Grippeviren ist dagegen schon möglich, da die Anzahl an potenziellen Erregern beschränkt ist.

 

Der Erkältung vorbeugen: Helfen Medikamente?


Nahezu jeder Mensch war wohl schon einmal in der Situation, einer Erkältung bei den ersten Anzeichen vorbeugen zu wollen. Doch geht das?

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Medikamente gegen den grippalen Infekt auch zu Beginn einzunehmen. Dadurch wird unter Umständen verhindert, dass sich die Erkrankung in vollem Ausmaß entwickelt. Sie lindern damit die Symptome also bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch relativ unscheinbar sind.

In der Apotheke erhalten Betroffene hierfür unterschiedliche rezeptfreie Präparate: Beispielsweise gibt es solche, die auf natürliche Inhaltsstoffe wie Eibisch oder Kamille setzen und mit deren Hilfe die körpereigene Erkältungsabwehr unterstützt werden soll. Andere Medikamente enthalten zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS). Sie wirken Kopf- und Gliederschmerzen entgegen und können eine erhöhte Temperatur senken. Der Wirkstoff ASS unterbindet die körpereigene Bildung von Prostaglandinen – also von Botenstoffen, die sonst Schmerzen, Fieber sowie Entzündungen auslösen.

Zudem stehen Kombinationspräparate gegen Erkältung zur Verfügung. Diese beinhalten weitere Bestandteile, so zum Beispiel auch Wirkstoffe, die die Schleimhäute der Nase und der Nebenhöhlen abschwellen lassen und auf diese Weise Schnupfen lindern.

Mit Zink-Tabletten einer Erkältung vorbeugen

Laut Forschern soll die regelmäßige Einnahme von Zink eine Erkältung verkürzen und unter Umständen deren Ausbruch sogar ganz verhindern. Über die genaue Funktionsweise sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig. Es wird allerdings vermutet, dass Zink zum Beispiel die Vermehrung der Rhinoviren unterdrückt oder die Anheftung der Erreger an die Nasenschleimhaut verhindert. In einem 2011 erschienenen Review wird eine Tagesdosis von mindestens 75 Milligramm empfohlen.7 Allerdings: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät dazu, die tägliche Dosis von 25 Milligramm Zink auf lange Sicht nicht zu überschreiten.7 Daher sind noch weitere Forschungen nötig, um eindeutige Empfehlungen bei der Gabe von Zink zur Vorbeugung einer Erkältung auszusprechen.


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Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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