Husten mit Auswurf – Ursachen, Behandlung und Co.

Manchmal ist ein Husten trocken und manchmal verschleimt. Ihr Köper entscheidet nicht willkürlich, ob er Sekret produziert oder nicht. So kann ein Husten mit Auswurf ein Zeichen dafür sein, dass Sie einen bakteriellen Infekt haben. Doch das ist nicht die einzige Ursache für einen schleimigen Husten.

Frau hat produktiven Husten und hält sich die Hand vor den Mund

Was ist ein Husten mit Auswurf?

Husten ist nicht gleich Husten. So unterscheiden Mediziner einen unproduktiven (trockenen) und einen produktiven Husten. Letzterer wird auch als Husten mit Auswurf bezeichnet, weil bei ihm das Abhusten einer schleimigen Substanz, des sogenannten Sputums, erfolgt. Mit anderen Worten: Beim produktiven Husten wird im Gegensatz zum trockenen Husten etwas Schleim vom Rachenraum ausgeworfen.

Verschleimter Husten: Sputum heißt das schleimige Sekret

Ein verschleimter Husten zwingt Sie fast ständig zum Ausspucken des Sputums, das zu 95 Prozent1 aus Wasser und weiteren Substanzen wie:

  • Zellen (wie weiße Blutkörperchen),
  • Fremdkörpern (wie Staub),
  • Eiweißen (wie Antikörper) und
  • Mikroorganismen (wie Bakterien) besteht.

Die Art der Erkrankung beeinflusst die Zusammensetzung des Sputums. So sind beispielsweise bei einem bakteriellen Infekt wie einer Bronchitis mehr Bakterien im Sputum. Der Anteil an Eiweißen (meist zwei Prozenti) bestimmt im Übrigen, wie zähflüssig der Schleim ist.

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Mögliche Ursachen für einen produktiven Husten

Eine Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – ist in sehr vielen Fällen schuld daran, dass jemand einen Husten mit Auswurf hat. Typischerweise bekommen Sie, wenn Sie sich erkälten, zunächst einen unproduktiven, trockenen Reizhusten. Mit diesem versucht Ihr Immunsystem die Krankheitserreger – wie zum Beispiel Rhinoviren – schnellstmöglich aus dem Körper zu entfernen. Gelingt dies nicht, verändern die Eindringlinge nach etwa zwei bis vier Tagen indirekt die Konsistenz Ihres Sputums. Das Immunsystem produziert zur Abwehr noch mehr Antikörper (bestimmte Eiweiße), sodass Ihr Husten immer schleimiger wird.2

Neben einer Erkältung gibt es jedoch noch weitere Ursachen, die zum produktiven Husten führen. Zu den denkbaren Auslösern zählen zum Beispiel:

  • Lungenentzündung
  • Bronchitis (Entzündung der Lungenatemwege unterhalb der Luftröhre)
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Erkrankungen der Atemwege)
  • Asthma (chronische Entzündung der Atemwege, mit Tendenz zur anfallartigen Atemnot)

Um herauszufinden, welche Ursache hinter Ihrem Husten mit Auswurf steckt, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Ab wann ist Ihr Husten nicht nur ein schleimiger, sondern auch ein chronischer Begleiter?

Per Definition sprechen Mediziner von einem chronischen Husten, wenn dieser nach vier Wochen immer noch anhält. Tritt auch nach drei Monaten keine Besserung ein, ist der Gang zum Arzt unumgänglich.3

Schleimiger Husten: Das sagen die unterschiedlichen Schleimfarben aus

Ein schleimiger Husten verrät Fachpersonen eine ganze Menge. Mediziner lesen Ihren Auswurf fast wie einen Kaffeesatz. Der Unterschied besteht nur darin, dass Sie sich beim „Schleimlesen“ viel mehr auf die Erkenntnisse Ihres Arztes als auf die Ihrer Wahrsagerin verlassen können. Charakteristische Farben sind unter anderem:

  • farbloser bis weißer Schleim (mukös)
  • gelblicher Schleim (mukopurulent)
  • grüngelber Schleim (purulent)

Es kann also Sinn machen, sich bei einem Husten mit Auswurf den Schleim etwas genauer anzuschauen. Je gelber die Farbe Ihres Sputums ist, desto höher ist die Anzahl an zerfallenen weißen Blutkörperchen – auch Eiter genannt – welche ein Teil Ihrer Immunabwehr sind und unter anderem Bakterien bekämpfen. Ein sehr grüner Auswurf deutet daher meist auf einen bakteriellen Befall Ihrer Atemwege hin, weil sich viel Eiter in ihm befindet.

Produktiver Husten – so viel Schleim spucken Sie aus

Als Faustregel lässt sich sagen, dass Sie bei einem Husten mit Auswurf innerhalb von 24 Stunden in etwa 30 Milliliter Schleim abhusten. Diese Menge an schleimiger Substanz würde auf zwei Esslöffel passen.4

Das können Sie bei Husten mit Auswurf tun

Wenn Ihr schleimiger Husten nicht nachlässt, sollten Sie sich als erstes von einem Arzt untersuchen lassen. Dieser kann feststellen, welche Ursache hinter Ihrem Husten mit Auswurf steckt. Die weitere Behandlung erfolgt dann je nach ermitteltem Auslöser. So kommen bei einer bakteriell bedingten Lungenentzündung beispielsweise Antibiotika zum Einsatz und bei einem erkältungsbedingten Schnupfen Nasensprays.

Falls Sie sich fragen, was gegen Ihren Hustenreiz hilft, erhalten Sie bei Ihrem Doktor eine Antwort darauf. In vielen Fällen empfehlen Mediziner einen Hustensaft oder Lutschpastillen. Jedoch muss dies immer von Patient zu Patient abgewogen werden. Beispielsweise ist nicht jeder Hustensaft für Kinder geeignet.

Falls Sie unterstützend zur ärztlichen Therapie ein Hausmittel gegen produktiven Husten suchen, dann versuchen Sie es mit Quittensuppe mit Honig. Denn die Frucht und ihre Kerne enthalten viel pflanzlichen Schleim. Dieser legt sich mitunter wie eine schützende Haut über Ihre oberen Atemwege (in Nase, Mund und Rachen) und stillt so den Hustenreiz. Darüber hinaus enthält die Quitte Vitamin C. Dem Vitamin wird nachgesagt, dass es gegen freie Radikale (bestimmte Atome, Moleküle und Ione) vorgeht. Diese stehen im Ruf das Immunsystem zu schwächen.

Quittensuppe mit Honig – so geht´s:

Schälen Sie 150 Gramm Quitten und schneiden Sie diese anschließend in kleine Würfel. Kochen Sie alles in einem Topf mit 250 Millilitern Wasser weich und streichen Sie die gekochten Quitten durch ein Sieb. Schmecken Sie die Suppe vor dem Essen mit einem Esslöffel Honig und etwas Zitronenschalenabrieb ab.5

1 Larsen, Reinhardt: Anästhesie und Intensivmedizin: für Schwestern und Pfleger. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag 31992. S. 541.
2 Semmelweis-Institut Verlag für experimentelle Onkologie: Husten – Ursachen, Erscheinungsformen und deren naturheilkundliche Behandlung. URL: http://www.semmelweis.de/pdf/pdf.php?name=102_bergmeier_husten_deu&ext=pdf (05.07.2018). S. 17.
3 Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: Krankheitsbild & Ursachen. URL: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/husten-chronisch/krankheitsbild-ursachen/ (05.07.2018).
4 Georg Thieme Verlag (Hrgs.): Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem
5 Husten. URL: https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/zw_pneumologie/Husten.pdf (05.07.2018). S. 340.
6 Zittlau, Jörg/Kriegisch, Norbert/Heinke, Dagmar: Die besten Hausmittel von A-Z. München: Südwest Verlag 22014. S. 130.