Häufige Fragen zu Wadenwickeln:

Wie wirken Wadenwickel?

Die kühlen Auflagen nehmen die überschüssige Wärme des Körpers auf und können daher Fieber senken. Auch bei lokalen Entzündungen soll der durch sie ausgehende Kältereiz helfen.

Wie werden Wadenwickel angewandt?

Ein innerer Wickel wird mit kühlem Wasser getränkt und anschließend um den Unterschenkel gewickelt. Ein zweiter äußerer Wickel dient zur Fixierung und Auffangung der Feuchtigkeit. Bevor die Stofftücher trocken und warm sind, erfolgt der Austausch mit frischen Umschlägen.

Sind Wadenwickel bei Babys und Kindern möglich?

Wadenwickel sind generell bei Babys und Kleinkindern anwendbar, allerdings muss die Wassertemperatur und die Dauer der Durchführung angepasst werden.

Wann ist eine Nasennebenhöhlenentzündung chronisch?

Bestehen die Beschwerden länger als 12 Wochen, ist von einer chronischen Sinusitis die Rede.1

Wann wird von Wadenwickeln abgeraten?

Friert der Betroffene, leidet er unter Schüttelfrost oder hat kalte Hände und Füße, sind Wadenwickel nicht zu empfehlen. Gleiches gilt bei offenen Wunden. Bestehen Durchblutungs- oder Kreislaufstörungen, bedarf es einer Absprache mit dem Arzt.

Wirkung und Anwendungsbereiche von Wadenwickeln


Wadenwickel bezeichnen in der Regel kühle Stofftücher, die um die Waden geschlungen werden. Sie entziehen dem Körper überschüssige Wärme und sind daher vor allem bei hohem Fieber (Körpertemperatur über 39 Grad Celsius), wie es bei einer Erkältung oder Grippe auftreten kann, gefragt.1 Wadenwickel sind in der Lage, das Fieber um etwa ½ bis 1 Grad zu senken.2 Die Umschläge gelten im Vergleich zu anderen Verfahren zur Senkung der Körpertemperatur (zum Beispiel kalten Waschungen) als besonders sanft, da sie den Kreislauf schonen.

Bitte beachten Sie:

Zwar sind die Wickel ein bewährtes Mittel um Fieber zu senken, bei sehr hohem oder länger anhaltendem Fieber sollte jedoch immer ein Mediziner zur Abklärung aufgesucht werden.

Die Umschläge haben zudem den Effekt, dass sich durch den Kältereiz die Gefäße verengen, was einen höheren Blutdruck sowie einen gesteigerten Stoffwechsel und bessere Durchblutung zur Folge hat. Aus diesen Gründen sollen die kühlenden Tücher des Weiteren bei lokalen Entzündungen, zum Beispiel der Venen, wohltuend wirken.

Übrigens: Auch warme Wickel können sinnvoll sein. Warme Wadenwickel sorgen beispielsweise für eine Entspannung der Wadenmuskulatur (nach großer sportlicher Anstrengung). Bei innerer Unruhe ist zudem durch den leichten Wärmereiz eine besänftigende Wirkung denkbar.

Vorbereitung: Das brauchen Sie für Wadenwickel


Bevor es mit den Wadenwickeln losgeht, legen Sie am besten alle benötigten Materialien bereit. Jeder Wickel besteht aus mindestens zwei Tüchern (bei einem Wickel pro Bein benötigen Sie also insgesamt vier Tücher):

  • Einem inneren Wickel für die direkte Anwendung auf der Haut und
  • einem äußeren Wickel, der zum Fixieren und Auffängen der Flüssigkeit dient.

Bei sehr feuchten Wickeln kann noch ein zusätzliches drittes Tuch als Zwischenlage sinnvoll sein. Für die Wickel verwenden Sie am besten Stoffe aus natürlichen Materialien, wie Leinen oder Baumwolle.

Zusätze bei Wadenwickeln

Bestimmte Zusätze, verdünnt in Wasser, sollen in der Lage sein, die wohltuenden Effekete der Stoffauflagen zu verstärken. Beliebt als Zugabe ist zum Beispiel Essigessenz, da sie für zusätzliche Erfrischung sorgen kann. Weitere Beigaben sind beispielsweise

  • Pfefferminztee,
  • Zitronenessenz oder
  • Lavendelöl.

Anleitung: So funktionieren Wadenwickel


Das Anlegen eines Wadenwickels zur Behandlung von Fieber unterteilt sich in verschiedene Schritte:

  1. Tauchen Sie den Stoff für den inneren Wickel in lauwarmes Wasser (circa 10 Grad kälter als die gemessene Körpertemperatur des Betroffenen), in das Sie zuvor je nach Belieben den Zusatz gegeben haben.3
  2. Wringen Sie das Tuch gut aus, sodass dieses nicht mehr tropft.
  3. Wickeln Sie das innere Tuch straff um Ihre Wade.
  4. Schlingen Sie anschließend das äußere Tuch (eventuell davor noch das Zwischentuch) über den inneren Wickel.
  5. Wiederholen Sie den Vorgang am zweiten Bein.

Die Umschläge sollten fest und eng sitzen, gleichzeitig aber nicht in die Haut einschnüren oder die Blutzufuhr stören. Die Wickelanwendung wird am besten im Liegen durchgeführt. Zudem ist es ratsam, dafür zu sorgen, dass der Rest des Körpers angenehm warm bleibt. Kuscheln Sie sich zum Beispiel in eine Decke (Unterschenkel nicht zudecken, damit entstehende Wärme entweichen kann) und ziehen Sie dicke Socken an. Ein zusätzliches Handtuch kann die Unterlage (Bett oder Sofa) vor Nässe schützen.

Wichtig: Die richtige Dauer

Die Wickel sollten nicht zu lange auf der Haut bleiben (circa 15 bis 20 Minuten).4 Sie müssen wieder abgenommen werden, bevor der Stoff trocken und warm ist. Bleibt der Wickel länger auf der Haut (etwa ab 25 Minuten), staut sich die Körperwärme unter den Tüchern und zusätzliche Hitze entsteht.5

Anstatt die Wickel zu lange aufliegen zu lassen, empfiehlt es sich, lieber mehrmals hintereinander frische Auflagen zu verwenden, damit der kühlende Effekt wirklich zum Tragen kommt. Zur Senkung von Fieber ist eine Durchführung bestehend aus 3 bis 4 Wickelwechseln sinnvoll.6 Wenn die Körpertemperatur anschließend im Lauf des Tages wieder ansteigt, kann dieser Vorgang nach ausreichender Erholungszeit wiederholt werden.

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Wadenwickel bei Babys und Kindern


Von großflächigen Wickelanwendungen bei Babys und Kleinkindern ist dringend abzuraten, da deren Körper sehr empfindlich sowohl auf Kälte- als auch auf Wärmereize reagieren. Der kleine Organismus ist noch nicht in der Lage, sich problemlos an den Temperaturunterschied anzupassen und es droht Unterkühlung beziehungsweise Überhitzung. Daher wird von Wadenwickeln bei Säuglingen bis zu 6 Monaten komplett abgeraten.7

Bei älteren Kindern sind Wadenwickel möglich, doch auch hier gibt es zu beachten, dass der Temperaturunterschied zwischen Wickel und Körpertemperatur geringer ausfallen muss als es bei Erwachsenen der Fall wäre. Experten empfehlen, dass die Wickel maximal 2 bis 5 Grad kühler sein sollten als die gemessene Körpertemperatur des Sprösslings.7 Wenn Ihr Kind also beispielsweise 39 Grad Fieber hat, besitzen die Wickel im Optimalfall etwa eine Temperatur von 34 bis 37 Grad.

Die Dauer der Anwendung muss bei den Kleinen ebenfalls reduziert werden: Höchstens 10 Minuten lang sollten die Umschläge aufliegen.5 Meist reichen bei Kindern 1 bis 2 Wickelanwendungen am Tag, um den gewünschten Effekt zu erzielen.7 Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich das Kind dabei wohlfühlt und zu keiner Zeit friert. Genrell ist es allerdings ratsam, nicht lange zu zögern und zeitnah einen Mediziner zu konsultieren, wenn Ihr Sprössling unter sehr hohem oder länger anhaltendem Fieber leidet.

Zusätze bei Babys und Kindern

Werden die Stofftücher in Wasser mit gängigen Zusätzen, wie Pfefferminztee oder Zitronenessenz, getränkt, ist das für die Wickelanwendung bei den Kleinsten in der Regel kein Problem. Kritisch sind dagegen ätherische Öle (zum Beispiel aus Lavendel), da diese womöglich die Atemwege reizen und so Atemnot auslösen können. Am besten verzichten Sie daher vollkommen auf ätherische Öle, wenn Sie Wadenwickel bei Babys oder Kindern auflegen.

Kontraindikationen: Wann sind Wadenwickel nicht zu empfehlen?


Wenn Betroffene frieren, Schüttelfrost und/oder kalte Hände sowie Füße haben, sollten Sie von einer Behandlung mit kühlenden Wadenwickeln absehen. Diese Symptome deuten darauf hin, dass sich das Fieber noch in der Anstiegsphase befindet und der Körper die zusätzlich produzierte Wärme zur Krankheitsbewältigung benötigt. Daher empfehlen Experten Wadenwickel nur, wenn sich die Haut warm anfühlt, der Schüttelforst vorbei ist und das Fieber mindestens 39 Grad beträgt.8

Wer unter Kreislauf- oder Durchblutungsstörungen leidet, sollte vor dem Auflegen der kühlen Umschläge mit einem Mediziner Absprache halten. Nicht geeignet sind die Stoffauflagen, wenn an den Beinen offene Wunden bestehen, da es durch die Stoffumschläge zu einem erhöhten Infektionsrisiko kommen kann. Generell ist es ratsam, Wadenwickel immer dann sofort zu entfernt, wenn sie sich unangenehm auf der Haut anfühlen, Sie frieren oder gar Hautirritationen (Jucken, Rötungen, Brennen) durch die Stoffauflagen oder Zusätze entstehen.

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Pauline Zäh Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinvolontärin kanyo® mehr erfahren
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